„Echt jetzt – Wehrdienst noch vor GTA6?“ – Podiumsdiskussion zur Zukunft der Wehrpflicht
Unter dem Titel „Echt jetzt – Wehrdienst noch vor GTA6?“ lud die Mitinitiatorin der Reihe „Echt jetzt?“, Barbara König, zwei Experten sowie zwei Vertreter:innen der jungen Generation zur Podiumsdiskussion ein. Da die neue Regelung gerade junge Erwachsene betrifft, sollten insbesondere sie hier zu Wort kommen. Denn bei „Echt jetzt?“ geht es um das Gehörtwerden und den wertschätzenden Austausch zu kontroversen Themen.
So diskutierten Marlon Klier, Jugendoffizier der Bundeswehr, Kai-Uwe Dosch von der Deutschen Friedensgesellschaft sowie die Schülersprecher:innen Henri Maurath von der Johann-Philipp-Bronner-Schule und Maike Wildhagen vom Ottheinrich-Gymnasium über die Neuregelung des Wehrdienstes. Moderiert wurde die Veranstaltung von Yannick Veits, dem Landtagskandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die Wahl am 8. März.
Gleich zu Beginn wurde die sicherheitspolitische Lage kontrovers bewertet. Uneinigkeit bestand darüber, ob der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine eine direkte Bedrohung für Deutschland darstellt. Hier verwies Dosch auf frühere Kriege in Europa, etwa im ehemaligen Jugoslawien, und stellte die Notwendigkeit einer Reform des Wehrdienstes infrage. Entsprechend lehnte er auch das parlamentarische Ziel ab, die Bundeswehr bis 2035 auf 260.000 aktive Soldat:innen zu vergrößern.
Einen Schwerpunkt der Diskussion legte Veits auf die Einbindung junger Menschen und fragte, ob der Wehrdienst an Schulen thematisiert worden sei. Maike Wildhagen berichtete, dass dies nicht im Unterricht geschehen sei. Hingegen habe die Schülermitvertretung mit Flyern dazu informiert. Zudem seien Schüler:innen am 5. Dezember aus Protest gegen die Wiedereinführung des Wehrdienstes in den Schulstreik getreten. Auch Henri Maurath bestätigte, dass das Thema an seiner Schule trotz entsprechender Fächer nicht im Unterricht behandelt worden sei.
Abschließend wurde die Frage der Gleichberechtigung diskutiert. Während Männer derzeit zur Abgabe des Fragebogens verpflichtet sind, ist dies für Frauen freiwillig. Beide Schülersprecher:innen sprachen sich gegen eine Wehrpflicht, aber für ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr aus. Maurath, der nach seinem Abitur in diesem Jahr selbst ein freiwilliges soziales Jahr ableisten wird, verwies dabei auf das schwedische Modell einer Wehrpflicht für Frauen und Männer, während Wildhagen betonte, dass Frauen in einem Gesellschaftsjahr die gleiche Verantwortung tragen sollen wie Männer, da die Einschränkung auf Männer gesetzlich nur für die Wehrpflicht gilt.
Das für manche sehr emotionale Thema wurde durchweg wohlwollend und voll Respekt für andere Positionen diskutiert, wie es der veranstaltende Kreisverband Odenwald-Kraichgau von Bündnis 90/Die Grünen wünscht.
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„Echt jetzt? Wehrpflicht noch vor GTA6?“
29.01.2026 19:30 Uhr
FreiRaum, Pfarrstraße 2, Wiesloch
Wir laden alle herzlich zur offenen Diskussionsveranstaltung zur Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland ein.
Yannick Veits, Kandidat der Grünen für die Landtagswahl 2026 moderiert die Podiumsdiskussion mit
Marlon Klier, Hauptmann der Bundeswehr und Jugendoffizier in Mannheim,
Maike Wildhagen, Schülersprecherin des Ottheinrich-Gymnasium Wiesloch,
Henri Maurath, Schülersprecher der Johann-Philipp-Bronner-Schule Wiesloch.
Gemeinsam mit ihnen wollen wir der Frage nachgehen, ob und wie eine Wiedereinführung der Wehrpflicht heute sinnvoll gestaltet werden kann – und vor allem, wie junge Menschen, die davon unmittelbar betroffen sind, angemessen in politische Entscheidungsprozesse eingebunden werden können.
Die in der BRD 1956 eingeführte Wehrpflicht wurde aufgrund der veränderten sicherheitspolitischen Lage im Jahr 2011 ausgesetzt. Doch der Angriff auf die Ukraine als erster Krieg auf europäischem Boden nach 1945, Trumps Haltung zur NATO sowie andere Krisen und Bedrohungen führten zu einer veränderten sicherheitspolitischen Lage in Europa. Die damit steigenden Anforderungen kann die deutsche Bundeswehr aktuell nicht erfüllen.
Obwohl sich viele Bürger:innen offen für eine Wiedereinführung der Wehpflicht zeigen, gilt es zunächst die Frage nach der Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern zu klären. Ebenso muss die Spannung zwischen dem Zwang zur Wehrpflicht und der Anerkennung der Gewissensfreiheit zur Verweigerung austariert werden.
Diese schwerwiegende und in die Freiheitsrechte eingreifende Debatte gilt es ausgewogen und vor allem gemeinsam mit den jungen Menschen zu führen, um eine gesellschaftliche Spaltung zu vermeiden.
Im Rahmen dieser interaktiven Paneldiskussion laden wir alle Teilnehmenden herzlich ein, sich aktiv einzubringen, verschiedene Positionen auszutesten und miteinander ins Gespräch kommen. Wir freuen uns auf einen lebendigen Austausch, kritische Fragen und neue Perspektiven zu diesem drängenden, aktuellen Thema.
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Echt jetzt? Medizin wirkt nicht für alle gleich? – Gendermedizin-Abend im FreiRaum
Wiesloch. Warum bekommen manche Menschen schneller eine Diagnose – und andere erst nach Jahren? Warum treten Nebenwirkungen bei einem Teil der Patient*innen deutlich häufiger auf? Und wieso orientiert sich medizinisches Wissen noch immer zu oft am „weißen 70-kg Durchschnittsmann“, obwohl Biologie und Lebensrealität messbare Unterschiede aufzeigen? Mit genau diesen Fragen beschäftigte sich die Veranstaltung „Echt jetzt? Medizin wirkt nicht für alle gleich?“ im FreiRaum. zu der der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen die Ärztin Clara Maria König eingeladen hatte.
König führte das Publikum zunächst in das Feld der Gendermedizin ein – und machte gleich klar, dass der Begriff eigentlich zu kurz greift. Denn es gehe nicht „nur“ um Geschlecht, sondern um ein Bündel von Faktoren, die sich überlagern und medizinische Chancen beeinflussen. Schon früh stellte sie deshalb die Leitfragen: Was ist Gendermedizin überhaupt, warum heißt sie so – und warum wird das Fach dem Begriff kaum gerecht?
Anschaulich trennte König anschließend zwischen biologischem Geschlecht (Sex) und sozialem Geschlecht (Gender). Biologie umfasse etwa Genetik, Anatomie, Immunantwort und Sexualhormone; Gender spiegele dagegen Lebensstil, Rollenbilder sowie berufliche und Freizeitbelastungen wider. Genau im Zusammenspiel entstünden Unterschiede in Krankheitsrisiken, Symptomen und Therapieerfolg.
Ein zentraler Punkt des Abends: Ungleichheit in der Medizin sei oft mehrdimensional. König zeigte, wie Mehrfachdiskriminierung – etwa durch Kombinationen aus Geschlecht, Religion, Migrationshintergrund, Bildung, Behinderung, Einkommen oder Körpergewicht – Versorgungschancen zusätzlich verschieben kann. Der Begriff „Chancengleichheit“ wurde damit konkret: Wer in Studien, Leitlinien oder im ärztlichen Alltag „mitgedacht“ wird, erhält schneller passende Diagnostik und wirksamere Therapie.
Inhaltlich ging König dann an Beispiele, bei denen Unterschiede besonders greifbar werden. In der Onkologie verwies sie auf mögliche genetische Nachteile bei bestimmten Leukämien, während bei soliden Tumoren Lebensstilfaktoren eine größere Rolle spielen können – während Chemotherapeutika nicht bei allen Patient:innen gleich gut ansprechen oder gleich verträglich sind.
Einen starken Akzent setzte der Vortrag bei Nebenwirkungen von Medikamenten. Eine Grafik zeigte über Altersgruppen hinweg eine deutlich höhere Häufigkeit vermuteter unerwünschter Arzneimittelwirkungen bei Frauen als bei Männern (basierend auf einer Analyse aus England). Damit verschob sich die Diskussion von „Einzelfall-Pech“ hin zu einem strukturellen Problem von Forschung, Dosierung und Versorgungspraxis.
Konkreter wurde es mit dem Beispiel Digoxin bei Herzinsuffizienz: König skizzierte die Historie von Zulassung (1960), einer großen Studie (1997), einer späteren Subgruppenanalyse (2002) bis hin zur Einstellung des Vertriebs (2022). Die Zeitleiste diente als Lehrstück dafür, wie lange es dauern kann, bis geschlechtsspezifische Effekte überhaupt sichtbar werden – und welche Bedeutung Subgruppenanalysen haben können.
Auch bei Autoimmunerkrankungen machte König Unterschiede fest: Rheumatoide Arthritis treffe Frauen demnach zwei- bis dreimal häufiger; Frauen unter 45 seien viermal häufiger arbeitsunfähig, würden aber im Schnitt später diagnostiziert. Beim Lupus nannte sie eine deutlich höhere Betroffenheit von Frauen sowie Unterschiede in Krankheitsverlauf und Behandlungsbedarf.
Zum Abschluss wurde der Abend praktisch: König gab dem Publikum eine Art Werkzeugkasten mit. Wer den Eindruck habe, nicht „zu passen“, solle das Thema aktiv ansprechen, dem eigenen Gefühl vertrauen, im Zweifel eine Zweitmeinung einholen und Symptome sowie Medikamente dokumentieren. Zwei beispielhafte Fragen, die sie ausdrücklich empfahl: ob es bei einem Medikament geschlechtsspezifische Unterschiede gebe – und ob bei der Therapieauswahl Hormonstatus oder Zyklus berücksichtigt wurden. Ergänzend nannte sie Kontaktstellen für weitere Informationen.
Der Abend machte damit vor allem eines deutlich: „Gendermedizin“ ist weniger ein Nischenthema als eine Aufforderung, Standards zu präzisieren – damit Medizin nicht nur „für viele“, sondern verlässlich für alle wirkt.
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Bericht der Rhein Neckar Zeitung (mit freundlicher Genehmigung)
Begriff „Kriegstüchtigkeit“ schürt auch Angst
Podiumsdiskussion der Grünen mit jungen Leuten zum Thema Wehrpflicht zeigte, wie tief die Debatte geht
Von Berthold Jürriens
Sinsheim. „Echt jetzt?! Wehrpflicht reloaded?“ – die Diskussion der Grünen Sinsheim unter diesem Motto zog viele junge Gäste an. Genau jene Generation saß im Saal Ilvesbach der Dr.-Sieber-Halle, die von Änderungen im Wehrdienstrecht als erste betroffen wäre. Auf dem Podium sprachen Jugendoffizier Marlon Klier, die langjährige Grünen-Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl, die Schülersprecher Samuel Rasig vom Wilhelmi-Gymnasium und Tom Root von der Friedrich-Hecker-Schule sowie der Grünen-Landtagsabgeordnete Hermann Katzenstein, der auch moderierte.
Kalter Krieg, Wiedervereinigung, Aussetzen der Wehrpflicht 2011. Das alles verbunden mit der Hoffnung, Europa sei dauerhaft sicher. „Damals war der Kalte Krieg zwar bedrohlich, aber er blieb kalt“, folgerte Katzenstein aus seinem Rückblick. Der russische Angriff auf die Ukraine habe dieses Bild erschüttert. Neue sicherheitspolitische Herausforderungen seien der Grund, warum die Bundespolitik die Frage des Wehrdienstes nun neu aufrolle. Klier stellte das neue Gesetz vor und ordnete es ein als „freiwilligen Dienst mit verpflichtenden Elementen“. Die Gewissensfreiheit und der freiwillige Dienst an der Waffe bleiben laut Klier unberührt. Dennoch betonte er, dass die Bundeswehr mehr Personal brauche, um Verteidigung und Abschreckung glaubwürdig sicherstellen zu können. Es gehe darum, „dass wir uns verteidigen können, um uns nicht verteidigen zu müssen.“
Deutschland müsse im Rahmen der Nato deutlich größere Kontingente an aktiven Kräften und Reservisten vorhalten als bisher. Kotting-Uhl erklärte, wie schwer ihr die Debatte falle, da sie aus der Friedensbewegung komme. „Ich habe lange geglaubt, dass wirtschaftliche Verflechtung und Diplomatie ausreichen, um Frieden in Europa zu sichern.“ Vieles habe sich verändert, wie sie meint. Sicherheitspolitik dürfe jedoch nicht zu eng gedacht werden. Ebenso zentral seien die Stabilität der Energieversorgung, der Schutz kritischer Infrastruktur, der Zusammenhalt in der Gesellschaft und ein funktionierender Katastrophen- und Zivilschutz: „Eine liberale Gesellschaft sollte so wenig wie möglich mit Zwang arbeiten.“ Ein Pflichtjahr könne nur dann ein ernst zu nehmender Vorschlag sein, wenn es nicht allein das Militär betreffe, sondern gleichermaßen soziale Bereiche wie Pflege, Feuerwehr oder Katastrophenschutz.
Kotting-Uhl plädierte klar für Freiwilligkeit und für bessere Rahmenbedingungen in allen zivilen Dienstbereichen. Große Aufmerksamkeit erhielten die beiden Schülersprecher. Rasig hatte 173 Jugendliche befragt. Ein klarer Teil lehne Wehrdienst ab und bevorzuge eher einen zivilen Dienst; zahlreiche Befragte gaben an, sich bereits ehrenamtlich zu engagieren. Auffällig war Angst vor einem Fronteinsatz, was nach Rasigs Einschätzung auf mangelnde Kenntnisse über die Aufgaben der Bundeswehr zurückzuführen ist. Die Frage nach einer Einbeziehung von Frauen wurde unter den Befragten sehr kontrovers diskutiert. Root schilderte ein differenziertes Bild aus Gesprächen mit Freunden. Viele Jugendliche sähen die Bundeswehr als attraktive Option, auch wegen der hohen Einstiegsgehälter. Gleichzeitig sei die Vorstellung eines „Abenteuers Bundeswehr“ weiterhin verbreitet. Auch bei ihm sei spürbar gewesen, dass viele bereits ehrenamtlich engagiert sind und freiwillige Dienste bevorzugen. Eine Zuhörerin kritisierte, dass eine Pflicht nur für Männer nicht mehr zu vermitteln sei. Klier erklärte, dass eine Einbeziehung von Frauen nur mit einer Grundgesetzänderung möglich wäre. Kotting-Uhl bezeichnete die Rechtslage als überholt, mahnte jedoch an, dass zunächst freiwillige soziale Dienste finanziell gestärkt werden müssten, bevor man über neue Pflichten nachdenke.
Die Diskussion drehte sich immer wieder um die Grundfrage: Reicht Freiwilligkeit, oder braucht es am Ende doch Pflichtregelungen? Ein älterer Teilnehmer wandte sich klar gegen jede Form von Pflicht und verwies darauf, dass die junge Generation vielfältig engagiert sei. Eine junge Frau äußerte offen ihre Sorge, dass die ständige Betonung der „Kriegstüchtigkeit“ Deutschlands Ängste schüre und überdecke, dass viele Jugendliche vor allem Stabilität und Sicherheit im Alltag wollen. Klier betonte, dass Auslandseinsätze nur von Berufs- und Zeitsoldaten erledigt würden und ein neues Gesetz auf Heimatschutz ausgerichtet sei. Außer sicherheitspolitischen Fragen wurde auch grundsätzliches Vertrauen in den Staat angesprochen.
Ein Redner kritisierte die Rolle Deutschlands in internationalen Konflikten und stellte die moralische Legitimität militärischer Einsätze infrage. Kotting-Uhl widersprach der Gleichsetzung unterschiedlicher Einsätze und hob die Europäische Union als Friedensprojekt hervor, räumte jedoch ein, dass politische Entscheidungen der vergangenen Jahre das Vertrauen nicht immer gestärkt hätten.
Am Ende gab es Fragen zu den Informationsquellen – ein breites Spektrum, von Tagesschau bis Instagram. Mehrere Jugendliche bestätigten, dass Soziale Medien ihre Wahrnehmung stark beeinflussen. „Der Algorithmus zeigt dir das, was du sehen willst“, sagte Root. Ein anderer gab offen zu, kaum Nachrichten zu verfolgen. Nach zwei Stunden zog Katzenstein ein Fazit: Die Veranstaltung habe keine Entscheidung bringen sollen, aber gezeigt, dass die Debatte mitten in der Gesellschaft angekommen sei. Die junge Generation wolle mitreden, Fragen und Sorgen müssten ernst genommen werden.
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„Echt jetzt? Bietet Medizin nicht allen die gleichen Chancen?“
27.11.2025 19:30 Uhr, FreiRaum, Pfarrstraße 2, Wiesloch
Diese Befunde werfen die unbequeme Frage auf: „Bietet Medizin nicht allen die gleichen Chancen?“
An diesem Abend geht es nicht um gesetzliche gegenüber privaten Versicherungen und nicht um die Versorgung des ländlichen Raums mit Krankenhäusern und Notaufnahmestellen. Vielmehr widmen wir uns an diesem Abend den vielen Dimensionen der Chancengleichheit medizinischer Behandlungen. Das Thema umfasst weit mehr als die Unterschiede zwischen Männern und Frauen. So spielt unter anderem die genetische Ausstattung, die Anatomie, die Immunabwehr und die Sexualhormone eine erhebliche Rolle für die Entwicklung von Medikamenten, Diagnostik und Therapien.
Genau dies ist Gegenstand der sogenannten Gendermedizin. Gendermedizin liefert Denkanstöße, die unseren Umgang mit Gesundheit und Krankheit nachhaltig verändern können. Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff „Geschlecht“? Gemeinsam wollen wir aufdecken, warum es mehrdimensional gedacht werden muss, denn: Wenn wir moderne Medizin wirklich gerecht gestalten wollen, müssen wir lernen, diese Unterschiede zu verstehen und ernst zu nehmen.
"Echt jetzt?" lädt ein, über Geschlecht zu diskutieren, eigene Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem zu teilen und kritische Fragen zu stellen, um gemeinsam Wege zu finden, Ungleichheiten abzubauen. Es ermutigt Sie, das Thema allgemein bekannter zu machen und für sich persönlich in Arztgesprächen, Diagnostik und Behandlung auf diese Vielschichtigkeit hinzuweisen, damit Sie, die bestmögliche medizinische Versorgung erhalten.
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Echt jetzt? Wohnungsnot in Wiesloch?
Die dritte Veranstaltung der Reihe „Echt jetzt“, die sich einigen drängenden Fragen unserer Zeit stellt, widmet sich diesmal Thema Wohnungsnot in Wiesloch und lädt wie immer zum Mitdenken, Mitreden und vor allem zum Mitmachen ein.
Wohnraumkrise, steigende Mieten, fehlende Perspektiven – auch in Wiesloch ist das Thema Wohnungsnot längst angekommen. Doch wie sieht die Situation vor Ort tatsächlich aus? Welche Herausforderungen erleben Wohnungssuchende, Vermieter oder die Stadtverwaltung? Und vor allem: Welche Lösungen können gemeinsam entwickelt werden?
Diesen Fragen widmet sich die interaktive Veranstaltung „Wohnungsnot in Wiesloch?“, zu der das Bündnis 90/Die Grünen – Ortsverband Wiesloch am 28. Oktober 2025 von 19 bis 21 Uhr in den FreiRaum (Pfarrstraße 2) einlädt. Alle interessierten Bürger*innen, Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft sind herzlich willkommen.
Im Mittelpunkt steht ein Rollenspiel, bei dem die Teilnehmenden in verschiedene Rollen schlüpfen – etwa als Wohnungssuchende, Vermieter, Kaufinteressenten oder Vertreter der Stadt. Ziel ist es, durch den Perspektivwechsel gegenseitiges Verständnis zu fördern und gemeinsam kreative Lösungsansätze zu entwickeln. Nach einer kurzen Einführung in die aktuelle Lage in Wiesloch folgt das Rollenspiel. Beide sind Grundlage für die anschließende offene Diskussion und die Sammlung konkreter Ideen für nächste Schritte.
Die Veranstaltung wird von Jürgen und Birgit Wagner gestaltet und moderiert. Die Teilnahme ist kostenfrei, Getränke gibt es auf Selbstzahlerbasis.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Ortsverbands sowie auf den bekannten Social-Media-Kanälen. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich einzubringen und gemeinsam an Lösungen für mehr Wohnraum in Wiesloch zu arbeiten.
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„Echt jetzt?“ – Grüne laden zu neuer Veranstaltungsreihe in Wiesloch ein
Wiesloch. – Wie lassen sich die großen Fragen unserer Zeit greifbar machen? Der Kreisverband Odenwald-Kraichgau von Bündnis 90/Die Grünen wagt mit der neuen Reihe „Echt jetzt?“ ein spannendes Experiment. Statt theoretischer Vorträge setzen die Organisator*innen auf Formate, die zum Mitdenken, Mitreden – und gerne auch zum Mitwirken einladen.
Auf die Besucherinnen und Besucher warten in den kommenden Monaten ein Augenzeugenbericht, ein Poetry Slam, kreative Workshops, eine gemeinschaftliche Malaktion und ein lebendiges Improtheater. „Wir möchten Denkanstöße geben und Räume für einen offenen, gleichberechtigten Austausch schaffen“, erklärt Initiatorin Barbara König. Der Ansatz: (Erfahrungs-)Berichte sowie spielerische und künstlerische Einstiege, die neugierig machen und den Boden bereiten für fundierte und informierte Diskussionen.
Ein besonders eindringlicher Abend steht jedoch schon jetzt im Kalender: Prof. Dr. Abed Shokry, berichtet am Donnerstag, 9. Oktober 2025, um 20 Uhr im Saal des Wieslocher Kulturhauses aus erster Hand von der unerträglichen Lage der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen.
Er schildert, wie es einer Familie mit fünf Kindern, betagten Eltern sowie pflegebedürftigen und behinderten Angehörigen gelingen kann, immer wieder flüchten zu müssen – und dennoch irgendwie zu überleben. Dabei macht er eindrucksvoll die allgegenwärtige Angst, das verzweifelte Ringen um Nahrung, Dinge des täglichen Lebens und medizinische Hilfe – und zugleich den starken menschlichen Zusammenhalt deutlich.
Sein Vortrag trägt den Titel „Echt jetzt? In Gaza kann man überleben?“ und wird gemeinsam von Bündnis90/Die Grünen Odenwald-Kraichgau und der Nahostgruppe Wiesloch organisiert.
Prof. Dr. Abed Shokry kam 1990 zum Studium nach Deutschland, wo er Medizintechnik studierte und an der Technischen Universität Berlin promovierte. 2007 kehrte er in seine Heimat zurück und übernahm eine Professur an der Universität Gaza, die im Oktober 2023 durch einen israelischen Angriff zerstört wurde. Nach seiner Flucht aus Gaza nach Ägypten im April 2024 lebt er seit November 2024 in Bonn.
Der Eintritt ist frei, der Referent verzichtet auf ein Honorar. Alle Spenden fließen unmittelbar an die notleidende Bevölkerung in Gaza.
Mit „Echt jetzt?“ wollen die Grünen Odenwald-Kraichgau nicht nur informieren, sondern vor allem Begegnung und Diskussion ermöglichen. Das Programm soll neugierig machen, den Blick weiten – und dazu animieren, selbst aktiv zu werden und mitzugestalten.
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Echt jetzt? Du brauchst kein US-Big-Tech? Auftakt einer neuen Diskussionsreihe in Wiesloch
Ein neugieriges Publikum, offene Gespräche und ein bewusst unkonventioneller Rahmen: In den neuen Räumen des FreiRaum in Wiesloch ist am letzten Montag eine Veranstaltungsreihe gestartet, die politische und gesellschaftliche Fragen anders aufbereiten will – zugänglich, streitbar und dialogorientiert.
Barbara König begrüßte die Gäste im Namen des „Echt jetzt?“-Teams von BÜNDENIS 90/DIE GRÜNEN aus dem hiesigen Kreisverband. Der FreiRaum, so ihre Worte, sei genau der richtige Ort für dieses Vorhaben: ein Platz zum Reden und Streiten, zum Zuhören und Verstehen. Hier wolle man künftig drängende Themen der Gegenwart aufgreifen – nicht in klassischen Vorträgen, sondern in pfiffigen Formaten, die zum Mitdenken und Mitmachen anregen.
Geplant sind unter anderem ein Sketch zum Bürgergeld, ein Filmabend zur Wohnungsnot, Improtheater zum Mitgestalten und ein Workshop-Nachmittag zum Zustand der Europäischen Union. Die Veranstaltungen sollen an wechselnden Orten stattfinden – vom Open-Air-Kino bis zur Buchhandlung, von der Elsenzhalle bis hin zu weiteren Spielstätten in und um Wiesloch. Ziel ist es, politische Bildung aus der reinen Theorie zu holen und in den Alltag zu tragen.
Zum Auftakt stand ein Thema im Mittelpunkt, das viele betrifft, aber selten grundlegend hinterfragt wird: die digitale Abhängigkeit von großen US-Tech-Konzernen. Unter dem Titel „Echt jetzt? Du brauchst kein US-Big-Tech“ schilderte Karin Nachtigal ihren persönlichen Weg hin zu mehr digitaler Selbstbestimmung.
Nachtigal, Gründerin eines Repaircafés und Initiatorin eines entstehenden Leihladens, betonte, dass sie keine IT-Expertin sei. Gerade deshalb wolle sie Mut machen. Schritt für Schritt habe sie sich von Windows, Outlook und Instagram verabschiedet und sei auf Linux, Mastodon und ein alternatives Smartphone-System umgestiegen. Ihr Erfahrungsbericht machte deutlich: Der Wechsel zu Open-Source-Software ist möglich – auch ohne technisches Spezialwissen.
In der anschließenden Diskussion ging es um Marktkonzentration, Datenschutz und politische Einflussnahme. Mehr als 95 Prozent des weltweiten Marktes für Betriebssysteme werden von wenigen Konzernen kontrolliert. Gleichzeitig basieren viele Geschäftsmodelle auf umfassender Datensammlung. Auch der US Cloud Act wurde thematisiert, der US-Behörden unter bestimmten Bedingungen Zugriff auf Daten gewährt – selbst wenn diese in Europa gespeichert sind. Hinzu komme die algorithmische Steuerung sozialer Netzwerke, die polarisierende Inhalte begünstige und sachliche Debatten erschwere.
Die Veranstalter beließen es nicht bei der Analyse. Wer den Umstieg wagen möchte, soll praktische Unterstützung erhalten: Bei einem der nächsten Termine können Interessierte ihre Geräte mitbringen und sich „hands on“ beim Wechsel zu offenen Alternativen helfen lassen.
Der Abend im FreiRaum machte deutlich, worum es der neuen Reihe geht: starre Positionen aufzubrechen, Hintergründe verständlich zu machen und ins Gespräch zu kommen. Oder, wie es mehrfach anklang: Demokratie lebt vom Mitmachen – auch im Digitalen.
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Echt jetzt? Du brauchst kein US-Big-Tech? Wege aus der Abhängigkeit von US-Tech-Giganten
Mit einem Auftakt im Wieslocher FreiRaum startete der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen eine neue Veranstaltungsreihe, die aktuelle gesellschaftliche und politische Themen aufgreift – pfiffig, unkonventionell und dialogorientiert. Barbara König begrüßte die Gäste und stellte das Konzept vor: Komplexe Fragen sollen verständlich und zugänglich präsentiert werden, um den offenen persönlichen Austausch und die inhaltlich Diskussion zu fördern.
Die Reihe will zum Mitdenken und Mitmachen anregen. Geplant sind kreative Formate wie ein Sketch zum Bürgergeld, Shared Reading, Improtheater oder ein ganzer Workshop-Nachmittag zum Zustand der EU. Die Veranstaltungen finden an verschiedenen Orten in und um Wiesloch statt – vom Open-Air-Kino bis zur Buchhandlung.
Inhaltlich geht es um Themen, die unsere Gesellschaft voranbringen. Der Komplex „Finanzen“ adressiert das Bürgergeld ebenso wie die Energiepreise und steigende Mieten, während es beim „Gesellschaftlichen Zusammenleben“ um z. B. queeres Leben geht und ebenso nach der Grenze zum Antisemitismus gefragt wird wie nach dem Unterschied von guter zu vermeintlich schlechter Migration. Der Bereich „Demokratie“ wird unter dem Blickwinkel von Desinformation, Cyberangriffen, aber auch der Abhängigkeit von US-Tech-Giganten wir Microsoft, Google, Meta und Apple unter die Lupe genommen.
Zum Auftakt berichtete Karin Nachtigal eindrucksvoll von ihrem persönlichen Ausstieg aus diese Abhängigkeit. Selbst alles andere als ein IT-Nerd wechselte sie zu Open Source-Lösungen wie Linux, Mastodon und einem datensparsamen Shiftphone.
Als besonders kritisch thematisierte Karin den US-Cloud-Act thematisiert, der selbst bei scheinbarer Datenspeicherung in der EU keinen echten Schutz bietet. Auch soziale Medien wie Facebook, Instagram oder X fördern durch ihre Algorithmen emotionale Eskalation, fördern Desinformation und verfolgen kommerzielle Interessen statt demokratischen Austausch.
Dem gegenüber stellt sie alternative Ansätze vor: Das Fediverse – ein dezentrales Netzwerk freier Plattformen wie Mastodon, Pixelfed oder Friendica – bietet eine transparente, werbefreie und datensparsame Umgebung für sozialen Austausch.
Der Vortrag basierte auf den Empfehlungen des IT-Experten Mike Kuketz. Vorgestellt wurden praktische Tipps zum Umstieg: von der Nutzung datenschutzfreundlicher Suchmaschinen wie Startpage oder MetaGer über Browser wie LibreWolf bis hin zum Wechsel auf Linux als Betriebssystem.
Der Kreisverband geht mit gutem Beispiel voran: mit eigenem Mastodon-Server (gruene.social), Open-Source-Kommunikationsplattformen und dem Verein netzbegrünung.
Besonders pfiffig: Wer motiviert ist, selbst umzusteigen, kann beim nächsten Termin sein eigenes Gerät mitbringen – Handy oder Laptop – und erhält konkrete Unterstützung beim Wechsel auf Open Source Software. Ein Angebot, das zeigt: Digitale Souveränität ist machbar – für jede und jeden!
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