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Landtasgkandidat Sinsheim

Charlotte Schneidewind-Hartnagel besucht Betriebsrat des Fachkrankenhauses Neckargemünd

Neckargemünd (rog) - Die Umstrukturierungen im SRH-Fachkrankenhaus Neckargemünd stellen sich für die dort Beschäftigten weitaus unerfreulicher dar, als dies in den öffentlichen Verlautbarungen der SRH-Spitze erscheint. Zu diesem Ergebnis kam die grüne Landtagskandidatin Charlotte Schneidewind-Hartnagel nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Betriebsrat des Unternehmens.

"Es wirft schon einige Fragen auf, wenn etwas als Zukunftskonzept verkauft wird, das letztlich zur Reduzierung der Belegschaft auf die Hälfte führt", so die Kandidatin für den Wahlkreis Sinsheim. Über 80 MitarbeiterInnen droht der Arbeitsplatzverlust, weil die Geschäftsführung zwei der drei Standbeine der Klinik aufgeben und den dritten umstrukturieren will. 70 Prozent der Betroffenen sind über 50 Jahre alt, vier Fünftel sind Frauen.

In den Augen der Betriebsratsmitglieder muss die Belegschaft die Fehler der Geschäftsführung ausbaden. In sieben Jahren seien sieben verschiedene Geschäftsführer eingesetzt worden, der ständige Wechsel der Verantwortlichkeiten habe kein zukunftsfähiges Geschäftsmodell entstehen lassen. Dominiert habe kurzfristiges Renditedenken über die sozialen Verpflichtungen des als gemeinnützig anerkannten Unternehmens, sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Axel Waldkirch. Eines der deutschlandweit anerkanntesten Zentren der Shunt-Chirurgie sei so heruntergewirtschaftet worden. Lange habe man damit viel Geld verdient, die Rendite aber nicht ins Personal oder in eine Modernisierung der Station investiert, sondern in fragwürdige Aufkäufe anderer Kliniken. 

An den grundsätzlichen Management-Entscheidungen ist nach Auffassung des Betriebsrats inzwischen nichts mehr zu ändern. In den gegenwärtigen Verhandlungen mit der Geschäftsleitung gehe es "leider nur noch darum, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Rahmen der Sozialplan-Verhandlungen in zumutbare Ersatzarbeitsplätze zu vermitteln oder die sozialen Härten wenigstens durch finanzielle Abfindungen zu lindern", so der Betriebsratsvorsitzende Claus Römild.

Für Charlotte Schneidewind-Hartnagel ist klar, dass die Rechte von ArbeitnehmerInnen und ihrer Vertretungen in einer künftigen Reform des Betriebsverfassungsgesetz gestärkt werden müssen, damit sie nicht weiter lediglich Objekt von Managemententscheidungen seien. "Die Wirtschaft ist für die Menschen da, nicht nur für die Erwirtschaftung einer Maximalrendite", sagte die grüne Landtagskandidatin. Nur eine Geschäftspolitik, die dieser Maxime gerecht werde, könne auch langfristig erfolgreich sein. Dazu müssten die Beschäftigten über eine erweiterte Mitbestimmung viel besser an den grundsätzlichen Richtungsentscheidungen beteiligt werden.


Die Rhein-Neckar-Zeitung in einem Bericht dazu