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Neckarwestheim: Endlich abschalten

Über 100 Menschen aus der Region um Sinsheim, Wiesloch, Eberbach und Neckargemünd nahmen am 21. März an der mit 5000 TeilnehmerInnen größten Anti-Atomkraft-Demo in Neckarwestheim seit 20 Jahren teil. Ein vom Kreisverband Odenwald-Kraichgau von Bündnis90/Die Grünen organisierter Bus war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Andere waren mit Fahrrädern oder mit Fahrgemeinschaften zum AKW-Neckarwestheim gekommen, um für dessen Abschaltung einzutreten.

Der Widerstand in der Bevölkerung gegen die Atomkraft erlebte eine generationenübergreifende Renaissance. „Dafür gehe ich seit Jahren zum ersten Mal wieder auf die Straße“, diesen Satz bekamen die Organisatoren von vielen Mitreisenden zu hören. Die Absicht der schwarz-gelben Regierungen in Bund und Land, die Laufzeiten über die im Atomkonsens festgelegten Abschalttermine zu verlängern, empörte Jung und Alt gleichermaßen. „Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke blockieren die Energiewende. Statt die erneuerbaren Energien zu fördern, sorgen sie vor allem für zusätzliche Milliardengewinne der vier großen Stromkonzerne in Deutschland“, so Ingrid Behner vom grünen Kreisvorstand.

Der Widerstand gegen die Atompolitik der schwarz-gelben Bundesregierung wird offensichtlich stärker. Auch im südlichen und östlichen Rhein-Neckar-Kreis machten viele ihre Ablehnung der Atomlobby sichtbar und setzten mit ihrer Teilnahme in Neckarwestheim ein beeindruckendes Signal für die fällige Abschaltung des zweitältesten Atomreaktors, dessen Laufzeit eigentlich in diesem Frühjahr beendet werden müsste.

„Wir werden nicht aufhören zu protestieren, bis diese Dinosaurier-Technologie endlich der Vergangenheit angehört“, ist sich Charlotte Schneidewind-Hartnagel vom Kreisvorstand der Grünen sicher: „Neckarwestheim war erst der Anfang. Wir werden uns schon bald wieder sehen, am 24. April vor dem AKW Biblis.“