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Menschenrechte

Vortrag von Memet Kilic in der ehemaligen Synagoge Sandhausen

„Der Tag der Menschenrechte am 10.12.2015 ist ein wichtiger Tag. Er ist nie nur ein Tag der Freude, da man leider nicht umhinkommt, die Aufmerksamkeit in die Länder und Regionen zu lenken, in denen Menschenrechte auch heute immer noch mit Füßen getreten werden“.

Mit diesen Worten begrüßte Ralf Lauterbach, Gemeinderat der Alternativen Liste Sandhausen, die zahlreich erschienenen Gäste. Der grüne Landtagsabgeordnete Dr. Kai Schmidt-Eisenlohr hatte zusammen mit der Alternativen Liste Sandhausen zu einem Vortrag eingeladen, für den er Memet Kilic, Vorsitzender des Bundeszuwanderungs- und Integrationsausschusses gewinnen konnte.

Die wunderbar renovierte ehemalige Synagoge bot für diesen Vortrag einen würdigen und passenden Rahmen. „Der Veranstaltungsort als solcher mahnt schon zur Wahrung der Menschrechte und ist ebenso ein Mahnmal für Zivilcourage“, so Ralf Lauterbach bei seiner Begrüßung. Denn durch den Kauf der Synagoge durch die politische Gemeinde Sandhausen wurde diese in der Progromnacht 1938 vor Brandstiftung und Zerstörung durch die SA verschont.

Memet Kilic spannte in seinem anschließenden Vortrag einen weiten Bogen der Geschichte der Menschenrechte über ihre Wurzeln in der Antike, im Zeitalter der Aufklärung (etwa 1650 – 1800) bis in die heutige Zeit.

So wurde schon 624 v. Chr. Im antiken Athen die willkürliche Rechtsprechung eingeschränkt. Er verwies danach auf die Magna Charta Libertatum, die 1215 in England die Adeligen und Geistlichen, in Ansätzen auch die Bauern vor maßlosen Steuern des Königshauses schützte. Ein weiterer Hinweis erfolgte auf die von Thomas Jefferson 1776 ausgearbeitete amerikanische Unabhängigkeitserklärung, in der u.a. zu lesen ist: "Wir halten folgende Wahrheiten für selbstverständlich: dass alle Menschen gleich geschaffen sind; dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet sind; dass dazu Leben, Freiheit und das Streben nach Glück gehören".

Die Definition, Bedeutung und Entwicklung des Begriffs Menschenrechte von Thomas Hobbes (1588-1679), über Jean -Jacques Rousseau (1712-1778) bis Immanuel Kant (1724-1804) waren ein weiterer Schwerpunkt seines Vortrages. Memet Kilic fasste das Zeitalter der Aufklärung folgendermaßen zusammen: „Betrachtet man die Ideen dieser Philosophen, lässt sich eine Entwicklung von der Anerkennung der Naturrechte bei Hobbes, die aber dem Staat untergeordnet werden, über die Überordnung der Menschenrechte über den Staat bei Locke, bis zur Anerkennung der Menschenrechte als Basis und Legitimation des Staates bei Rousseau und Kant erkennen.“

Im Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von der UNO verkündet. Sie basiert auf der Grundlage der Achtung vor dem Leben und dem Glauben an den Wert eines jeden Menschen.

Trotz dieser Erklärung existiert heute noch in vielen Ländern die Todesstrafe, wird gefoltert und weltweit die Menschenwürde und Menschenrechte mit Füßen getreten. Memet Kilic beendete seinen Vortrag mit dem Aufruf, im Kampf um Menschenrechte nicht nachzulassen. Gerade in der heutigen Zeit angesichts nicht endender Flüchtlingsströme müssen wir uns dafür einsetzen, dass Menschenrechte und Menschenwürde nicht scheinbar vordergründigen politischen und ideologischen Prioritäten oder Notwendigkeiten untergeordnet oder gar geopfert werden.

An den Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion zwischen Dr. Kai-Schmidt-Eisenlohr, Memet Kilic und den zahlreichen Gästen der Veranstaltung an, die weit über den vorgesehenen Zeitrahmen andauerte.

V.l.n.r.:Pfleiderer-Hatzner, Schmidt-Eisenlohr, Kilic, Lauterbach

Menschenrechte, nur ein Luxus?

Am Tag der Menschenrechte ist Memet Kilic zu Gast in Sandhausen

 

Donnerstag 10. Dezember 2015 um 19:30 Uhr

Ehemalige Synagoge, Hauptstr./Ecke Heidelberger Str., 69207 Sandhausen

Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2015 lädt der grüne Landtagsabgeordnete Dr. Kai Schmidt-Eisenlohr um 19:30 Uhr in die ehemalige Synagoge  in Sandhausen ein. Als Gast kommt Memet Kilic, der Vorsitzende des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrates.

Thema des Abends ist die Bedeutung der Menschenrechte und ihre Relevanz für unser Zusammenleben. Memet Kilic, Jurist und ehem. Bundestagsabgeordneter, beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema. Im Rahmen seines Inputreferats wird er auf die aktuelle Situation der Menschrechte und ihre häufigen Verletzungen in verschiedenen Ländern eingehen. Dabei kommen auch die Herausforderungen zur Sprache, wie die Durchsetzung und der Schutz von Menschenrechten gewährleistet werden kann.

Im Anschluss wird Zeit sein für Fragen und Diskussion.