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2011 wird grün

Charlotte Schneidewind-Hartnagel, Gisela Splett (MdL), Stefan Seitz (v.r.n.l.)

Kandidatin im Wahlkreis Sinsheim für die Landtagswahl 2011 nominiert

Mauer. (mdf). Sie hatte für den Bundestag kandidiert und will nächstes Jahr für die Grünen in den Baden-Württembergischen Landtag. Charlotte Schneidewind-Hartnagel (54) aus Eberbach greift wieder an.

Auf der Nominierungsversammlung in Mauer wurde die Diplom-Betriebswirtin und Freie Journalist einstimmig zur Kandidatin gewählt. Zum Wahlkreis 41 (Sinsheim) gehören die Gemeinden Angelbachtal, Bammental, Eberbach, Epfenbach, Eschelbronn, Gaiberg, Heddesbach, Heiligkreuzsteinach, Helmstadt-Bargen, Lobbach, Mauer, Meckesheim, Neckarbischofsheim, Neckargemünd, Neidenstein, Reichartshausen, Schönau, Schönbrunn, Sinsheim, Spechbach, Waibstadt, Wiesenbach, Wilhelmsfeld und Zuzenhausen. Ein flächenmäßig großer Wahlkreis also, der nun mit Hilfe des Zweitkandidaten Stefan Seitz (37) aus Sinsheim aufgerollt werden soll.

Mehr erneuerbare Energie statt Atom und Kohle, eine echte Verkehrswende für eine umweltschonende und umweltorientierte Mobilität und eine ökologische und gentechnikfreie Landwirtschaft. So war auf dem Manuskript zu lesen, das die Bewerbung von Schneidewind-Hartnagel untermauerte. Sie ist Mitglied im Landesvorstand von Bündnis 90 / Die Grünen, im Kreisvorstand und Vorstand in Eberbach. Eine Schulkultur mit dem Erwerb sozialer Kompetenz und Wertschätzung von Demokratie wird verlangt, „die Werkrealschulen sind eine Mogelpackung“. Starke Kommunen und bürgernahe Entscheidungen mit einer soliden Finanzausstattung war eine ihrer Forderungen, „Arme Kommunen können sich nur Reiche leisten“.

Mit grüner Landespolitik will das Team richtige Weichen stellen, eine starke grüne Landtagsfraktion sei dafür unumgänglich. Der verheiratete Werkzeugmacher Stefan Seitz ist Gemeinderat in Sinsheim. Er sieht beste Chancen für ein Mandat im Wahlkreis 41. „Die schwarz-gelbe Bundesregierung schafft mit ihrer Untätigkeit oder mangelnder Weitsicht bei wichtigen Entscheidungen bereits eine Grundstimmung in der Republik, die uns zugute kommt“. Mit Enthusiasmus trug er sein Programm vor, die Grünen seien keine Lobbyisten, die sich zu Hampelmännern der Industrieinteressen machen lassen. Auf ein Atom-Rumpelstilzchen Mappus kann Seitz verzichten, dagegen seien zukunftsweisende Ideen und Konzepte notwendig. Energie und Naturschutz sind für ihn wichtige Themen, die er zusammen mit der Erstkandidatin im Wahlkampf anpacken wird.

Unterstützung erhielten die Kandidaten von Gisela Splett. Die Landtagsabgeordnete aus Karlsruhe gehört zum Spitzenteam der Baden-Württembergischen Grünen und ihr Elan sorgte bei der Nominierungsversammlung in Mauer für den Schwung, mit dem zumindest der Sinsheimer / Eberbacher Teil der Kreisgrünen in den Landtagswahlkampf ziehen will. Die Diplom-Geoökologin aus Karlsruhe referierte, erzählte aus ihrer Arbeit, ihr Ziel und das der Landesgrünen  trug sie bereits auf dem T-Shirt. „2011 wird Grün!“.

Eine Strategie des nachhaltigen Wirtschaftens im Land konnte sie nicht erkennen, es mangele an Geld und Personal, überhaupt stelle sie ein Vollzugsdefizit fest. Luftreinhaltung und Lärmschutz treten auf der Stelle, Dammbau ersetze konstruktiven Hochwasserschutz und ein Beschaffungswesen, das auf umweltverträgliche Produkte Rücksicht nimmt werden gefordert. Die Arbeit im Landesparlament selbst sah die Referentin eher als Blockade der Regierungspartei. „Die sind nicht offen, die lehnen alles ab, was aus der Opposition kommt“. Ihr Ziel: sechs Abgeordnete aus dem Regierungsbezirk Karlsruhe. Und hier ist auch der Sinsheimer Wahlkreis nicht chancenlos. Würde Sinsheim besser abschneiden als der Wahlkreis Baden-Baden, dann würde es reichen. Bei der letzten Landtagswahl lieferten sich diese Bezirke ein Kopf-an-Kopf Rennen.