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Kraichgauschule wird Gemeinschaftsschule

v.l.n.r. Andreas Leitheußer, Rebecca Thurau, Mathias Schmitz, Susanne Kramer, Mariana Gurk, Gerhard Welker

Ortsverband Mühlhausen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gratuliert:

Geschafft! Die harte Arbeit hat sich gelohnt: Wie Kultusminister Stoch (SPD) am vergangenen Montag bekanntgab, wurde Mühlhausens Antrag auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule (GS) an der Kraichgauschule genehmigt. Sowohl das sorgfältig ausgearbeitete Konzept des Lehrerkollegiums als auch die von der Gemeinde prognostizierten Schülerzahlen haben das Kultusministerium überzeugt. Damit können alle Kinder, die ab dem kommenden Schuljahr 2015/16 an der Kraichgauschule aufgenommen werden, die enormen Vorteile des neuen Schultyps nutzen:

- Alle drei Lernniveaus (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) werden angeboten. Haupt- und Realschulabschluss können an der Kraichgauschule direkt erworben werden.

- G9 durch GS: Schülerinnen und Schüler, die das Abitur anstreben, können die Kraichgauschule bis einschließlich Klasse 10 besuchen, danach in die zehnte Klasse eines Gymnasiums wechseln und dort ganz regulär das Abitur in neun Jahren machen.

- Im Gegensatz zu den alten Schultypen gibt es keine Festlegung auf ein bestimmtes Lernniveau. Wechsel zwischen den Niveaus sind in beiden Richtungen möglich. „Sitzenbleiben“ und erst recht ein Verlassen der Schule wegen Leistungsschwächen werden dadurch überflüssig gemacht.

- Der Ganztagsbetrieb mit Mittagsverpflegung und Nachmittagsbetreuung ermöglicht nicht nur die optimale Förderung der Kinder, sondern ist auch arbeitnehmerfreundlich.

Hinzu kommt das großartige pädagogische Konzept der Kraichgauschule, welches unter dem Motto STARKE SCHULE die Erziehung zur Selbstständigkeit, soziales Verantwortungsbewusstsein sowie die Kooperation mit örtlichen Vereinen und Unternehmen in den Vordergrund stellt. Dies bedeutet keineswegs eine Abkehr vom Leistungsprinzip, wie Rektor Mathias Schmitz während der Informationsveranstaltung am 18.November letzten Jahres im Bürgerhaus klarstellte (Wir berichteten an gleicher Stelle.). Das Lernen an der GS habe nichts mit „Kuschelpädagogik“ oder Gleichmacherei zu tun. Dieser Feststellung schließen sich Bündnis90/Die Grünen uneingeschränkt an: Jedes Kind kann die eigene Leistungsfähigkeit voll entfalten, ohne dass andere ausgegrenzt werden und auf der Strecke bleiben.

Daher empfehlen wir allen Eltern, die jetzt eine weiterführende Schule für ihr Kind wählen müssen, der Kraichgauschule ihr Vertrauen zu schenken. Lassen Sie sich nicht durch notorische Schwarzmaler verunsichern, die entweder die Prinzipien der GS nicht verstanden haben oder bewusst Falschbehauptungen verbreiten. Die Praxis wird sehr schnell zeigen, dass durch die GS niemand verliert, aber viele gewinnen.

Nutzen Sie die Informationsangebote der Kraichgauschule.Der nächste Infoabend zur Gemeinschaftsschule findet am Mittwoch, den 11.3.2015 um 19.30 Uhr statt.

Der Ortsverband von Bündnis90/Die Grünen und die Grünen Gemeinderäte gratulieren sehr herzlich zu diesem schönen Erfolg, der weit mehr wert ist als die bloße Sicherung des Schulstandorts Mühlhausen. Wir wünschen der neuen GS einen guten Start. Unser Dank gilt neben dem engagierten Lehrerkollegium auch der Gemeindeverwaltung mit Bürgermeister Jens Spanberger an der Spitze. Wir werden auch in Zukunft die Arbeit der Kraichgauschule nach besten Kräften unterstützen.

Februar 2015

Gemeinschaftsschule in Mühlhausen

Mariana Gurk, Susanne Kramer und Rebecca Thurau erläutern das Konzept 'STARKE SCHULE'
v.l.n.r. Konrektorin Botz, Rektor Schmitz, MdL Schmidt-Eisenlohr, BM Spanberger

Neue Bildungschancen für unsere Kinder

Unter diesem Motto stand ein gemeinsamer Informationsabend des Freundeskreises der Kraichgauschule, der Freien Wähler und von Bündnis90/Die Grünen in Mühlhausen am 18.November im Kleinen Bürgersaal. Als Experten anwesend waren Bürgermeister Jens Spanberger, Dr. Kai Schmidt-Eisenlohr (MdL) sowie ein fünfköpfiges Lehrerteam bestehend aus Rektor Mathias Schmitz, Konrektorin Claudia Botz sowie ihren Kolleginnen Mariana Gurk, Susanne Kramer und Rebecca Thurau. Ihr Referat über das neue pädagogische Gesamtkonzept der Kraichgauschule bildete den Schwerpunkt des Abends.

MdL Schmidt-Eisenlohr begründete die Einführung der Gemeinschaftsschule (GS) mit den drastischen strukturellen Veränderungen. Den Anspruch, trotz stark rückläufiger Schülerzahlen möglichst viele Schulstandorte zu erhalten und gleichzeitig Schüler mit unterschiedlichen Voraussetzungen zu hochwertigen Bildungsabschlüssen zu führen, könne man nur mit einer hochintegrativen Schulform erfüllen, die das Lernen auf verschiedenen Niveaus ermöglicht und jedem Kind optimale Förderung bietet. Vor allem die in Baden-Württemberg oft auftretende Kopplung zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg eines Kindes müsse endlich aufgelöst werden. Daher sei die politische Entscheidung für die GS notwendig und konsequent gewesen. Nicht zufällig werde Sie insbesondere von der Wirtschaft und Gemeinden im ländlichen Raum begrüßt. Letztere könnten im Rahmen der in diesem Jahr in Kraft getretenen Regionalen Schulentwicklung den Fortbestand ihrer Schulstandorte selbst gestalten. Die Zeit einsamer Entscheidungen aus Stuttgart sei vorbei.

Nach einem kurzen Film zum Auftakt umriss Rektor Schmitz die Grundlagen der pädagogischen Arbeit seiner Schule. Er betonte die Erziehung zur Selbstständigkeit, die Gleichwertigkeit von sozialer Kompetenz und Fachwissen sowie die Bedeutung der Kooperation mit örtlichen Vereinen und Unternehmen. Das Gesamtkonzept habe das Leitmotiv „STARKE SCHULE“, das von Mariana Gurk, Susanne Kramer und Rebecca Thurau erläutert wurde. Zentraler Baustein ist eine neue Lernform, die den Schülern mehr Freiheit bei der Organisation ihrer Arbeit gestattet. Die Vermittlung von Fachwissen im Frontalunterricht findet weiterhin statt, wird aber ergänzt durch Phasen von Einzel- und Gruppenarbeit gemäß individuell gestalteten Arbeitsplänen im Ganztagsbetrieb. Für diese Phasen gibt es separate Plätze („Lerninseln“). Die Kinder wählen nach Absprache mit den Lehrern zwischen zwei Niveaustufen, die von Fach zu Fach variieren und jederzeit gewechselt werden können. Die höhere Stufe führt zur mittleren Reife, die niedrigere zum Hauptschulabschluss. Nach Einrichtung der GS wird das Gymnasialniveau hinzukommen.

Im eigens an der Kraichgauschule entwickelten „Lerntagebuch“ dokumentieren die Kinder die gestellten Aufgaben, geben eigene Einschätzungen zum Lernerfolg ab und erhalten von den Lehrkräften Rückmeldungen über die erzielten Fortschritte. Die Eltern unterschreiben die Eintragungen im Lerntagebuch und können auf Wunsch eigene Stellungnahmen ergänzen. Mindestens einmal pro Halbjahr wird der Leistungsstand jedes Kindes in einem verbindlichen Eltern-Schüler-Lehrergespräch analysiert.

Die Kinder werden durch Teamarbeit ermuntert, auch für andere Verantwortung zu übernehmen. Leistungsstärkere helfen als Fachexperten Schwächeren. So tragen sie nicht nur zum Abbau von Leistungsunterschieden bei, sondern vertiefen auch ihr eigenes Wissen und verbessern ihre Kommunikationsfähigkeit.