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20 Fakten über Atomkraft

Die Machbarkeitsstudien, die kürzlich aus den CDU-geführten Forschungs- und Wirtschaftsministerien drangen, sind nur ein weiterer Beleg: Die Union will neue AKWs. Dabei ist die Atomkraft weder effizient noch nachhaltig oder gar sicher. Wir haben zwanzig Fakten zum Weiterverbreiten gesammelt

20.09.09

Wusstest Du, dass...

Die Energiewende steht zur Wahl - Atomkraft abwählen !

Das Dümmste, was in den vergangenen Jahren zur Zukunft der Energieversorgung gesagt wurde, war sicherlich der Versuch des CDU-Generalsekretärs Ronald Pofalla, die Atomkraft als Öko-Energie auszugeben. Das vom Absaufen bedrohte Atomlager Asse 2 wäre in dieser Logik dann wohl eine riesige Biomülltonne. Wer seine Weltsicht auf solche Abstrusitäten gründet, darf unser Land nicht regieren.

Bei der Bundestagswahl geht es in der Frage der Energieversorgung um eine existenzielle Grundsatz-Entscheidung: Setzen wir auf den raschen Ausbau der umweltverträglichen Erneuerbaren Energien oder weiter auf Horror-Trio Atomkraft - Kohle - Öl.

Die umweltfreundliche erste Variante bekommen Sie mit Grün. Die Umweltzerstörungsvariante hat die Farben Schwarz-Gelb. Wir Grünen stehen für den schwungvollen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Bis Mitte des Jahrhunderts können wir vollständig aus der Nutzung der fossilen Energieträger ausgestiegen sein. Sollte es aber zu einer Koalition von Union und FDP kommen, will diese den beschlossenen Atomkonsens rückgängig machen und weiter auf die Klimakiller Kohle und Öl setzen. Das wäre ökologisch und ökonomisch eine verheerende Weichenstellung.

Es gibt eine stabile Mehrheit der Bevölkerung, die den Abschied von der Atomkraft wünscht. Trotzdem wollen CDU und FDP bei einem Wahlsieg die Laufzeitbegrenzungen der AKWs aufheben. Die zur Abschaltung anstehenden Meiler sind die unfall- und terroranfälligsten von allen. Davor verschließen Union und Wrtschaftsliberale fest die Augen – genauso wie vor dem ungelösten Atommüllproblem und den dazugehörigen Skandalen. Für die beiden Atomparteien gilt: Augen zu und durch. Sollen sich doch unsere Kinder mit dem strahlenden Zeug herumschlagen. Schwarz und Gelb stellen die Profitinteressen der Atomkonzerne vor die Sicherheitsinteressen und die Gesundheit der Bevölkerung.

Dass beim Verzicht auf diese Zeitbomben Versorgungsengpässe entstünden, ist eine gezielte Falschinformation. Außer den AKW-Betreibern würde niemand spüren, dass Biblis und Co. nicht mehr laufen. Nach dem Ende von Obrigheim sind auch nirgends die Lichter ausgegangen. Jene Alt-Reaktoren, die als nächstes zur Abschaltung anstehen, Biblis A und B sowie Brunsbüttel und Neckarwestheim 1, erzeugten im Jahr 2008 gerade 22.000 Gigawattstunden Atomstrom. Genauso viel wurde im vergangenen Jahr ins Ausland exportiert.

Die Produktion von Strom aus Wind, Sonne und Wasser übertrifft dagegen alle Wachstumsprognosen. Die schwerfälligen Atomkraftwerke blockieren den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Schon heute machen sich Wind und Atomstrom im Stromnetz Konkurrenz. Das Abschalten der sieben Alt-Meiler wäre ein positives Signal an alle Investoren in die Zukunftsenergien. Es ist auch ökonomisch vernünftig, früh auf die Energien der Zukunft zu setzen, statt Milliardensubventionen in Auslauftechniken zu pumpen. Klimaschutz ist ein Wachstumsmotor: 1,8 Mio. Beschäftigte zählt die Umweltwirtschaft inzwischen, davon 250.000 im Bereich der Erneuerbaren Energien – das ist schon jetzt mehr als in der Kohlewirtschaft.  In der Atomstromerzeugung arbeiten gerade mal 30.000 Menschen.

Der Siegeszug der Erneuerbaren, die heute 15 Prozent der deutschen Stromversorgung bestreiten, musste aber durchgängig gegen heftigste Widerstände der Christdemokraten durchgesetzt werden – geradezu absurd hat sich die Partei gegen Windstrom gebärdet.

In keiner anderen Frage ist die Richtungsentscheidung bei der Bundestagswahl so klar wie in der Energiepolitik. Eine schwarz-gelbe Mehrheit würde die Laufzeiten der Schrottreaktoren wieder verlängern. Schritte weg von Öl und Kohle wären nicht zu erwarten. Der Siegeszug der Erneuerbaren und die Förderung effizienter Energienutzung würde gestoppt.  

Die verlässliche Alternative dazu sind allein wir Grünen. Wir sind seit unserer Gründung die Anti-Atompartei und wir sind inzwischen auch die Partei der Erneuerbaren Energien und der Effizienzrevolution. Die grüne Energiewende verringert nicht nur die Abhängigkeit unsres Landes vom Öl, sondern macht auch neue Kohlekraftwerke überflüssig und ermöglicht uns den Ausstieg aus der Risikotechnik Atomkraft.


Ein Beitrag von Sylvia Kotting-Uhl, MdB (Karlsruhe)
Umweltpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen
August 2009

 

Grüne Kandidatin Rhein-Neckar Charlotte Schneidewind-Hartnagel und Sylvia Kotting-Uhl, MdB Karlsruhe
Charlotte Schneidewind-Hartnagel, links und Sylvia Kotting-Uhl, MdB, rechts